Archive for the ‘Verein’ Category

Musik und Integration im neuen Kulturhof H7

Seit 2010 zeigt der Verein Bubenreutheum im Souterrain des Bubenreuther Rathauses eine Ausstellung zu den Themen Musik und Integration. Diese hatte sich aus dem 1979 gegründeten Geigenbaumuseum entwickelt. Als Proviosorium gedacht, warb die Schau für würdigere Räumlichkeiten für die beiden Themen, die von überregionaler Bedeutung sind und am Beispiel Bubenreuth musterhaft erzählt werden können. Der große Wurf gelang, als die Gemeinde Bubenreuth im Jahr 2016 den z. T. denkmalgeschützten Dreiseithof im historischen Ortskern von Altbubenreuth in der Hauptstraße 7 („H7“) erwarb. Seither hat das Projekt Kulturhof „H7“ an Fahrt aufgenommen. In den kommenden Jahren wird in der Bubenreuther Hauptstraße 7 ein soziokulturelles Zentrum entstehen, in das nach umfassenden Renovierungs- und Umbaumaßnahmen ab 2024 die Gemeindebücherei, ein Bürgerhaus mit Veranstaltungssaal sowie ein Museum mit einer Dauerausstellung einziehen werden.

„Nibelungenschatz“ in Bubenreuth. Framus-Triumphbass kehrt heim

Anlässlich seines 50sten Bühnenjubiläums hatte Heinz Balzer, Bandleader und Bassist der  legendären Wormser Band „Altrheinpower“, die Idee, seinen Bubenreuther Bass dem Bubenreuther Museum zu schenken. Beim Jubiläumskonzert in Worms konnte Balzer nun offiziell das besondere Stück deutscher und internationaler Instrumentenbaugeschichte überreichen. „Der Triumph soll wieder dorthin, wo er einst entwickelt und gebaut wurde“, verkündete Balzer dem Publikum. Dann bat er Bubenreutheum-Vorstandsmitglied Christian Hoyer, der nach Rheinhessen zum Konzert angereist war, auf die Bühne. Hoyer,  freudig überrascht von dieser generösen Geste, versprach, dass dieser „Nibelungen-Schatz“ im Bubenreuther Museum einen würdigen Platz erhalten werde.

In Fachkreisen wird der Triumph-Bass von der Bubenreuther Musikinstrumentenfirma Framus, der erstmals 1953 auf den Markt kam, als Electric Upright Bass bezeichnet. Die „Bohnenstange“, wie Spötter den Kontrabass ohne Resonanzkorpus titulieren, wurde damals eigens für Jazz-Bassisten entwickelt, die viel „on Tour“ waren. Die Transportprobleme sollten dadurch gemindert werden. Die elektro-magnetische Tonabnahme und ein Verstärker sorgten für den guten Sound. Er wurde zu einem Bubenreuther Verkaufsschlager. Als offizielle Werbebotschafter konnten in den 1950er Jahren der Engländer Tim Bell von BBC London und der US-Jazzbassist Jimmy Bond vom George-Shearing-Quartett gewonnen werden. Später war Holger Czukay von CAN mit Triumph-Bass zu sehen, und auch John Paul Jones von Led Zeppelin.

Die Faszination von John Paul Jones Bass-Spiel war auch der Auslöser für den damals jungen Wormser Rockmusiker Heinz Balzer, sich einen Triumph zuzulegen. Die Chance bot sich 1979 in einem Musikhaus in der Pfalz, wo Balzers Band gerade einen Gig absolvierte. „Da sehe ich das Teil stehen“, erinnert sich Balzer, „und ich musste schnell zugreifen, denn die waren begehrt. Die 600 DM taten mir damals schon weh. Aber es musste einfach sein.“ Balzer verwendete den Bass dann jahrzehntelang für seine gelegentlichen Showeinlagen im Rockabilly-Stil, etwa beim Stück „Stray Cat Strut“. So auch beim 50-jährigen Bühnenjubiläum.

Doch jetzt sei damit Schluss, der Bass soll heimkehren nach Bubenreuth. Schon seit 20 Jahren ist er mit den Bubenreuther Museumsmachern in Kontakt, verfolgt die Aktivitäten des Museumsvereins mit großer Aufmerksamkeit und hat sich nun zu diesem Schritt entschlossen, der ihm nicht leicht fiel. Denn Balzer ist nach wie vor sehr aktiv. Seit seinem Ruhestand hat er sogar noch mehr Zeit für sein großes Steckenpferd: die Musik. Als Bandleader will er bei Altrheinpower nach wie vor den Ton angeben und weiterhin den Gesang übernehmen, ganz wie seine Vorbilder, die Bassisten Paul McCartney und Jack Bruce. Der Song „Salatöl“ aus seiner Feder, die heimliche Wormser Hymne in rheinhessischer Mundart, die Balzer 1984 erstmals intonierte, möchte er noch oft für die treuen Fans von Altrheinpower anstimmen. Er liebäugelt überdies mit einem Auftritt in Bubenreuth, denn Franken ist ohnehin sein bevorzugtes Urlaubsziel. Mit einem Augenzwinkern bot Balzer an: „Vielleicht klappt es ja zur Museumseröffnung in zwei Jahren“. Dann könnte er auf dem Triumph „nochmal alles geben“, bevor der legendäre Upright-Bass endgültig im Museum seinen verdienten Platz einnimmt.

Auch Elvis liebte Bubenreuther Gitarren

Selbst der „König des Rock´n´Roll“ spielte auf Gitarren „Made in Germany“.
Neben einer ISANA-Schlaggitarre aus dem hessischen Nauheim, vom Schönbacher Gitarrenbauer Joseph Sandner gefertigt, spielte er auch eine Hoyer-Westerngitarre aus Tennenlohe.  Und aus Bubenreuth: mindestens eine KLIRA-Gitarre und drei verschiedene FRAMUS-Instrumente.

Die Seniorchefin der Bubenreuther Firma KLIRA, Frau Rosa Klier, erinnerte sich in den 1990er Jahren, dass Elvis während seiner Militärzeit in Deutschland um das Jahr 1958 sogar einmal den Bubenreuther Gitarrenbauern einen Besuch abstattete. Er war damals auf dem Weg von Hessen zu einem Manöver ins ostbayerische Grafenwöhr, wo sich bis heute ein US-Truppenübungsplatz befindet. Damals schaute er am Eichenplatz bei Klira vorbei und erhielt eine Schlaggitarre, die heute im Hard Rock Café in Tampa gezeigt wird.

Fred Wilfer von den Framus-Werken überreichte ihm damals eine Schlaggitarre 5/57 Tango. Wo sich diese heute befindet, ist leider nicht bekannt. Dafür tauchte Elvis´ Framus Riviera 5/54 im Jahr 2008 bei einer Auktion auf. Zusammen mit vier Schriftstücken und Expertisen wurde sie für 52.000 US-Dollar an privat versteigert. Ein baugleiches Modell dieser Thinline-Gitarre im Black-Rose-Finish aus den frühen 1960er Jahren befindet sich im Museum in Bubenreuth.

Weitere Details zu einem weiteren baugleichen Modell von 1964: https://www.framus-vintage.de/5-54-Riviera/5-54-Riviera/

Wussten Sie schon …?

Nach 1949 entstanden in Bubenreuth mehrere große Gitarrenfabriken. Die sogenannten „großen Drei“ waren Framus, Höfner und Klira. Framus avancierte zu Westeuropas größter Gitarrenfabrik. Ein Zweigwerk wurde 1967 in Pretzfeld/Fränkische Schweiz eröffnet. Mithilfe des Fließbands sollte die Produktion optimiert werden. Allein Framus produzierte Ende der 1960er Jahre laut damaligen Angaben der Geschäftsleitung 150.000 Saiteninstrumente im Jahr.

Wie alles begann ….

Im Roten Ross fing es an…

Der bekannte Gitarrenbauer Arnold Hoyer hatte bereits in einer Nacht-
und Nebelaktion mithilfe von G.I.s im Juni 1945 Schönbach gen Westen
verlassen können. Die Amerikaner halfen ihm, der die begehrten
Archtop-Gitarren baute, Werkstatt und Tonholzlager in zwei Trucks nach
Tennenlohe bei Erlangen zu überführen. Im Tanzsaal des Gasthauses Rotes
Ross konnte die Produktion von Hoyer-Gitarren wieder anlaufen. Damit bot
sich der mittelfränkische Ort Tennenlohe frühzeitig als Zentrum für eine
Ansiedlung der Schönbacher an. Tennenlohe avancierte zum ersten
Kristallisationspunkt. Einige Betriebe fanden hier dauerhaft eine neue
Heimat. Neben Hoyer Gitarren u.a. die Saitenspinnerei Regina (Familie
Fritsch-Bammes), die Fa. Müller & Sohn Metallbestandteile für
Musikinstrumente oder der Mandolinenbauer Franz Dotzauer (Dofra).

Gitarrenbaumeister Gerold Karl Hannabach (1928-2015), der bei Hoyer in
den unmittelbaren Nachkriegsjahren eine Lehre absolvierte, erzählte oft
von diesen ersten Anfängen in Franken und besuchte gerne Tennenlohe.
Hier im Bild ist er vor dem Roten Ross zu sehen. Der Tennenlohe-Plan
wurde später fallengelassen und erst nach einer langen Durststrecke
konnte ab Oktober 1949 in Bubenreuth der Grundstein für eine Siedlung
der Schönbacher Geigenbauer gelegt werden.

Neue Öffnungszeiten

Aktuell ist die Ausstellung im Untergeschoss des Bubenreuther Rathauses regelmäßig jeden Sonntag zwischen 14:00 und 17:00 geöffnet. (Außer der Sonntag ist ein Feiertag) Bitte tragen Sie eine FFP2 Maske.

Führungen sind auf Anfrage an anderen Tagen möglich. Bitte unter info@bubenreutheum.de mit Ihren Kontaktdaten anfragen.

Konzert & Expertentag

Konzert mit Heiter & Schatz am Samstag, 6.11.2021 im Gasthaus zur Post – Royal King, Bubenreuth Einlass 19:00, Beginn 19:30 Eintritt frei, um Spenden wird gebeten  

Expertentag und Museum geöffnet. Instrumentenbauer begutachten Ihre Saiteninstrumente am Sonntag, 7.11.2021 im Rathaus, Birkenallee 51, Bubenreuth von 14:00 bis 17:00

Öffnungszeiten

die Ausstellung im Untergeschoss des Bubenreuther Rathauses ist wieder jeden Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein (Nicht an Feiertagen). Zugang haben nur Geimpfte und Genesene oder Personen die einen aktuellen PCR Test vorlegen können ( 3G Plus). Kinder unter 6 Jahren und Schüler und Schülerinnen gelten als getestet.

Für gesonderte Führungen an anderen Tagen kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail an info@bubenreutheum.de.

Wir suchen nach einer roten britischen Telefonzelle

Für unser Museum suchen wir nach einer roten britischen Telefonzelle. Wer kann uns dabei helfen? Bitte melden Sie sich unter: info@bubenreutheum.de

We are looking for one of the famous K6 phone boxes for our museum. Who can help us? Please write to: info@bubenreutheum.de

Mehr Infos hier: https://www.bubenreutheum.de/wp-content/uploads/Adopt-a-Kiosk-Bubenreutheum.pdf

Here is more information: https://www.bubenreutheum.de/wp-content/uploads/Adopt-a-Kiosk-Bubenreutheum.pdf

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