September  2019
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Staatssekretär Stefan Müller besuchte das Bubenreutheum

Bubenreuth – Die eindrucksvolle Geschichte Bubenreuths ist eine Besonderheit des Landkreises Erlangen-Höchstadt, die in der Außendarstellung leider meist zu kurz kommt. So das Fazit von Forschungsstaatssekretär Stefan Müller nach einer Führung durch die Ausstellung im Bubenreuther Rathaus.   Museumskurator Dr. Christian Hoyer hatte Müller gemeinsam mit Bürgermeister Rudi Greif und dessen am Wochenende gewählten Nachfolger Norbert Stumpf die Besonderheiten der Bubenreuther Geschichte und die Vision eines größeren ‚Bubenreutheums’ erläutert, in dem beide bedeutenden Aspekte der örtlichen Geschichte erfahrbar werden sollen: Musik und Integration – Integration durch Musik.   Das kleine Dorf Bubenreuth bei Erlangen hatte 1949 mit einem wegweisenden Beschluss des Gemeinderats den Weg für die Ansiedlung vertriebener Geigen- und Instrumentenbauerfamilien aus dem Egerland frei gemacht. 500 Bubenreuther konnten sich damals ohne Probleme vorstellen, 2000 Neubürger in ihre Mitte aufzunehmen. Mehr noch: Sie planten und realisierten eine komplett neue Siedlung für die Neuankömmlinge.   Damit schufen sie die Basis für einen ‚Hotspot’ der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Auf Instrumenten aus Bubenreuth spielten keine Geringeren als die Beatles, die Rolling Stones, Elvis Presley und sein deutsches Pendant Peter Kraus, aber auch Klassik-Größen wie Yehudi Menuhin und ganze Symphonierchester.   Ohne freilich als Bundespolitiker konkrete Zusagen machen zu können – Kulturpolitik ist in Deutschland Ländersache – zeigte sich Müller beeindruckt von dieser ganz speziellen Bubenreuther Kombination. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass diese besondere Geschichte für die, die nach uns kommen erfahrbar bleibt. Wenn es – wie hier – die einzigartige Möglichkeit gibt, das bedeutende aktuelle Thema ‚Integration’ an einem gelungenen historischen Beispiel darzustellen und gleichzeitig mit einem faszinierenden anderen Aspekt unserer gemeinsamen Erinnerung zu verknüpfen, ist das eine Chance, die man nutzen sollte.“   Als kleines persönliches Zeichen unterschrieb Müller nicht nur im Gästebuch des Museums, sondern auch einen Mitgliedsantrag des Museumsvereins. Dessen Mitglieder sorgen mit viel Engagement für den laufenden Museumsbetrieb und werben unermüdlich für ihre Vision des großen Bubenreutheums, das, wenn es nach ihnen geht, mit Unterstützung von Gemeinde, Kreis, Bezirk und Land schon in einigen Jahren Wirklichkeit werden könnte.   Müller versprach außerdem, künftig auch die Bubenreuther Besonderheiten zu erwähnen, wenn das Gespräch überall in der Republik auf seine Herkunft aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt kommt. Das, so der hiesige Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag, komme nämlich tatsächlich neben den anderen Stärken des Landkreises immer zu kurz.   DSC0498_web